
Für welche Straßenverdichtungsarbeiten eignet sich eine handgeführte Walze?
Kleine Walzen sind heute überall im Einsatz. Doch wie wählt man die passende Walze aus? Vier Kriterien helfen bei der Auswahl:
1. Auswahl nach den Anforderungen an die Verdichtungsqualität:
1) Für eine gleichmäßige Verdichtung empfiehlt sich eine Gummiradwalze. Sie erhält beim Verdichten die ursprüngliche Kohäsion des Bodens und sorgt für eine gute Verbindung zwischen den einzelnen Bodenschichten. Die schwenkbare Vorderachse ermöglicht eine gleichmäßigere Verdichtung und verhindert Scheinverdichtungen.
2) Für eine dichte und ebene Fahrbahnoberfläche eignet sich eine Allradwalze. Bei geringeren Anforderungen an die Verdichtungsleistung kann eine flexible Walze mit niedrigerem Liniengewicht eingesetzt werden. Um die gewünschte Verdichtung schneller zu erreichen und die Bauzeit zu verkürzen, empfiehlt sich eine Walze mit höherem Betriebsgewicht.
2. Auswahl nach dem zu verdichtenden Material:
1) Bei der Verdichtung von Felsaufschüttungen sollten schwere Walzen eingesetzt werden, um große Blöcke zu verdrängen.
2) Für die Verdichtung von Tonboden ist eine Stampffußwalze am besten geeignet.
3) Zur Verdichtung von Mischmaterial empfiehlt sich eine Vibrationswalze, damit sich grobe und feine Partikel gleichmäßig vermischen.
4) Für die Tiefenverdichtung sollten schwere Vibrationswalzen langsam eingesetzt werden. Für flache Schichten eignen sich statische Walzen.
3. Auswahl nach der Schichtdicke:
1) Beim Walzen von Asphaltbeton sollte das Gewicht sowie die Amplitude und Frequenz der Vibration auf die Einbaudicke abgestimmt werden. Bei dünnen Schichten unter 60 mm empfiehlt sich in der Regel eine kleine Vibrationswalze mit 2–6 t und einer Amplitude von 0,35–0,60 mm. So lassen sich Materialaufhäufungen, Wellenbildung und Schäden am Gesteinskorn vermeiden.
2) Damit die Asphaltmischung nicht zu stark abkühlt, sollte unmittelbar nach dem Einbau gewalzt werden. Für dicke Schichten über 100 mm sollte eine mittelgroße oder große Vibrationswalze mit 6–10 t und hoher Amplitude von bis zu 1,0 mm eingesetzt werden.
4. Auswahl nach Straßenart und Straßenklasse:
1) Auf nationalen Hauptverkehrsstraßen der Klassen I und II sowie auf Sonderstraßen für Kraftfahrzeuge sollte eine große Vibrationswalze mit 6–10 t und hoher Verdichtungsleistung eingesetzt werden. Auf Straßen der Klasse III oder niedriger sowie bei seltenen Verdichtungsarbeiten eignet sich eine wendige, flexible Vibrationswalze mit etwa 2 t.
2) Für Zementbetonstraßen können tandemgeführte Vibrationswalzen mit Gummiradantrieb eingesetzt werden.
3) Für Asphaltbetonfahrbahnen sollte eine Allrad-Vibrationswalze verwendet werden.
4) Für die untere Schicht des Unterbaus hochwertiger Straßen empfiehlt sich eine Gummiradwalze oder eine Vibrationswalze mit Gummiradantrieb, um eine gleichmäßige Dichte zu erzielen.
5) Bei der Fahrbahninstandsetzung kann eine statische Glattmantelwalze eingesetzt werden.
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